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Nathan Gray: Dunkle Musikwelten in melancholischer Atmosphäre in der Kantine am Berghain (Berlin)

nathan gray_berghain_2015(Nathan Gray, Berhain Kantine, 18.08.2015)

Der Boysetsfire– und I Am Heresy-Frontmann Nathan Gray hat zwar mit seinen beiden aktiven Bands genug zu tun, doch sein langersehnter Traum für ein Soloprojekt schlummerte bereits seit einigen Jahren in seinem Kopf. Dieses Jahr entschied sich der Sänger sein Soloprojekt schlicht Nathan Gray zu taufen und die erste 4-Track-EP „Nthn Gry“ über Bandcamp zu veröffentlichen. Eine Live-Performance schien damit erst mal vom Tisch, obwohl die EP mittlerweile mit weiterem Material in physischer Form erschienen ist. Umso mehr freue ich mich, dass Nathan Gray seine wenigen Solosongs am 18.08.2015 in der Kantine am Berghain vor einer überschaubaren Audienz zum Besten gibt.

Zunächst fungiert jedoch Syndrome als Support. Ein Mann, eine E-Gitarre und unzählig viele Effekte auf dem Pedal machen die Sitz-Performance zusammen mit bewegenden schwarweiß-Bildern auf einer Leinwand zum progressiven Industrial-Trip. Das ca. 40-minütige Konzerte wurde größtenteils ohne Gesang gehalten, sodass sich die dunkle Musikwelt in einer melancholischen Atmosphäre niederschlägt und auf ein begeisterndes Publikum trifft.

Nachdem sich Nathan bereits bei I Am Heresy als Atheist und Glaubenskritiker äußerte, gibt er sich in seinem Soloprojekt noch kritischer gegenüber jeglichen Glaubensformen und zelebriert seine Kritik vor einem inszenierten Altar und einem Rednerpodest. Wir sollen besser unsere Zeit auf Erden nutzen und das Beste daraus machen und nicht zu irgendwelchen Göttern beten, so der Frontmann sinngemäß.

Im Gegensatz zu seiner Zweitband I Am Heresy folgt Nathan erstmals düsteren Pfaden, welche Synthesizer, Dark Wave, Postpunk und elektronische Industrial-Einflüsse besitzen. Rhythmische Unterstützung gibt es vom Boysetsfire-Kollegen und langjährigen Freund Chad, der seine Gitarre mit dem Schlagzeug tauscht sowie von Daniel Smith, der neben den Synthies und elektronischen Effekten auch abwechselnd mit Nathan für die Gitarre verantwortlich ist.

So unterstützen Keyboards die dunkle Maschinerie, während Nathans Stimme hauptsächlich den Fokus auf den Gesang legt und nur gegen Ende des Konzertes in Schreie ausbricht. Neben kurzen sympathischen Ansagen und Erläuterungen zur Entstehung oder Auswahl der Songs, wirkt Nathan wie immer entspannt und trotz düsterer Atmosphäre gut gelaunt.

Neben „Wolves“ und „Tomorrow“ sind in der Setlist alle weiteren Titel der EP sowie neue Songs vom kommenden Debütalbum enthalten. Der Griff in die Mottenkiste birgt außerdem noch eine Akustik-Version von einem The Casting Out-Titel. So füllt Nathan Gray knapp 50 Minuten, hinterlässt trotz kurzer Dauer einen positiven ersten Live-Eindruck, dem bald noch mehr folgen. Die Vorfreude auf das Debüt ist nach dem Konzert in der Kantine am Berghain gewachsen und ich kann es kaum erwarten weitere neue Solosongs von Nthan Gry zu hören und diese bei einem weiteren Konzert zu bestaunen.

syndrome_berghain_2015(Syndrome, Berghain Kantine 18.08.2015)
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