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Brujeria und Unearth im Bi Nuu Berlin: Die mexikanische Seifenoper der Latino-Drug Lords sorgt für ordentlichen Spaßfaktor

Wohnungs- und Jobsuche in Berlin sind anstrengend. Doch die Anstrengungen, welche ich in meiner ersten Woche als zukünftiger Wahlberliner unternehme, sollen sich in kulturellen Werten auszahlen. Wer in der Hauptstadt durch die Straßen schlendert, kommt an Plakaten nicht vorbei und so halte ich am Schlesischen Tor vor dem Club Bi Nuu und den Schriftzügen von Unearth und Brujeria.

Wenige Tage später (26.07.2015) finde ich mich in einem kleinen Innenraum unterhalb der U-Bahn-Station wieder und freue mich endlich meine persönlichen Metalcore-Helden Unearth zu bestaunen und mich von den mexikanisch-amerikanischen Brujeria überraschen zu lassen. Doch bevor die beiden Hauptacts die Bühnen betreten, heizen Drill Star Autopsy aus Sachsen die schätzungsweise 250 anwesenden Metalheads ein und liefern einen hervorragenden Support ab, der irgendwo zwischen Metalcore und Death Metal der schwedischen Schule verankert ist.

Nach einer kurzen Umbaupause und einen Blick ins Publikum sind einige spanischsprachige Konzertbesucher auszumachen, die vor allem wegen Brujeria gekommen sind. Doch Unearth, welche vor wenigen Jahren nochmals mit „Darkness In The Light“ ein Feuerwerk in Sachen modernem Metal abfeuerten, machen in der ersten Minute klar, dass mit den alten Hasen definitiv zu rechnen ist. Sänger Trevor Phipps röhrt was das Zeug hält und bei den zahlreichen Breaks steht die gesamte Band in der Luft, um im nächsten Moment den Circle Pit zu zünden. Neben Klassikern wie „The Great Dividers“ gibt es vor allem neues Material vom aktuellen Album „Watchers Of Rule“ zu hören, welches auf der Bühne weitaus besser funktionieren als auf Platte. Unearth liefern ein kompaktes Set mit ihren besten Live-Songs ab und verlassen die Bühne nach ca. 35 Minuten.

Nachdem im Vorfeld vor allem Erwartungen gegenüber Unearth bestanden, haben es Brujeria schwer ihren Support zu toppen. So kommt es, dass die Latinos mit Bandanas und Sturmhauben zwar für ordentlichen Spaßfaktor sorgen, aber mit ihrem groovendem Sound nicht gegen die Brutalität von Unearth ankommen. Als nicht spanischsprachiger Konzertgänger bleibt einem die Bedeutung der Songs verwehrt, doch die beiden Sänger wechseln sich mit englischen und spanischen Ansprachen ab oder übersetzen sich gegenseitig.

Auf der Bühne zelebrieren Brujeria das mexikanische Leben und geben sich dabei als Drogenbosse aus. Unterstützt wird die Band gelegentlich von einer Dame, die mit Bannern und ihrer Stimme die mexikanische Seifenoper der Latino-Drug Lords perfekt macht. Die Show lebt somit hauptsächlich vom Witz der Performance, da nur wenig musikalische Variation in der Setlist zu erkennen ist und selbst der Hit „Marijuana“ nur als Outro von Band abgespielt wird. Nichtsdestotrotz war die Show sehr unterhaltend, selbst wenn sich die Latinos hinter den grandiosen Eindrücken der Metalcore-Matadoren von Unearth verstecken müssen.

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