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30 Jahre Sepultura im Circo Voador in Rio de Janeiro

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Keine Band hat mich in meinem Leben mehr geprägt als die brasilianische Metal-Ikone Sepultura. Ob mit oder ohne Max am Mikrophon, die Veröffentlichungen der Brasilianer stehen allesamt in chronologischer Reihenfolge in meinem Schrank. Deshalb steht es außer Frage, dass ich am 19.06.2015 die 30-jährige Jubiläumsfeier im Circo Voador in Rio de Janeiro besuche.

Die Location ist schnieke und beinhaltet Steh- und Sitzplätze im oberen Teil, während die Die-Hard-Fans im unteren Kessel ihre Band anfeuern. Das Publikum ist gut gelaunt, einen Support gibt es nicht. So beginnt die Show gegen 22.30 Uhr. Trotz Heimvorteil ist die Show nicht ausverkauft und Sepultura füllen auch in ihrem Land keine Hallen. Sie spielen vor schätzungsweise 1000 bis 1500 Leuten. Die Stimmung ist familiär und im Publikum tummeln sich junge wie alte Sepultura-Fans und sogar ganze Familien. 30 Jahre Sepultura. Das bedeutet 30 Jahre brasilianische Musikgeschichte und 30 Jahre lateinamerikanischer Wirbel im Metalzirkus. Die Erwartungen an das Konzert sind hoch, die Vorfreude dagegen noch größer. Mein erster Konzertbesuch auf lateinamerikanischem Boden.

Andreas und Co. spielen zu Beginn einige neue Songs von „The Mediator Between Head and Hands Must Be the Heart“ und „Kairos“, die die bunte Fanschar nach einiger Zeit auftauen lässt. Obwohl die Besucher enthusiastisch den runden Geburtstag ihrer Lieblingsband feiern, benötigen auch sie eine Weile, bis sie mit vollem Herzen dabei sind. Der Moshit kommt erst nach 30 Minuten so richtig in Fahrt. Die Setlist beinhaltet ein Rundumpaket der gesamten Schaffensphase. So kommen auch Songs von „Schizophrenia“ oder „Bestial Devastation“ zum Einsatz. Bei „Propaganda“, „Biotech Is Godzilla“ oder „Ratamahatta“ dreht das Publikum dann erst richtig auf. Songs wie „Beneath The Remains“, „Inner Self“ oder „Arise“ lassen den gepflegten Holzboden krachen.

Ob Fist-Pumping, Moshen oder einfach nur mit voller Röhre „Sepulnation“ oder „Cut-Throat“ mitsingen, die Laune steigt mit zunehmender Dauer des Konzertes und spätestens nach der gepflegten halben Stunde brodelt der Kessel und Sepultura packen ihre Fans an den Eiern und lassen nicht mehr locker. Der Pit vergrößert sich und das Publikum startet die Circle Pits ohne Ansage und feiert die populärste brasilianische Band, die professionell, spielfreudig und enthusiastisch ihren Geburtstag intensiv mit Herz und viel Freude feiert.

Bei den Coversongs „Policia“ und „Orgasmatron“ bleibt kein Fuß auf dem Boden oder kein Kopf ohne schüttelnde Bewegung. Über zwei Stunden hinweg ballern Sepultura ihre Klassiker und neue Songs auf ihr Publikum und überzeugen auf ganzer Länge. Deshalb schwinden die Minuten und das Ende kommt viel schneller als erhofft. Sepultura beenden ihren Musikmarathon durch ihre 30-jährige Diskografie mit dem Klassiker und Höhepunkt „Roots Bloody Roots“. Dabei hinterlassen sie eine brodelnde Schar von Fans, die das wilde Programm gerne nochmals von vorne sehen wollen.

Nach einer grandiosen Performance bleiben jedoch die besten Erinnerungen an diejenige brasilianische Band, die mich bereits als Teenager in Deutschland aufhorchen ließ und zum ersten Mal mein Interesse an der brasilianischen Kultur weckte. 30 Jahre Sepultura in Rio de Janeiro sind deshalb nicht nur Erinnerungen, welche die Musik betreffen, sondern auch eine Zeit, die persönliche Wünsche und Träume in mir hervorrief. Mit dem Besuch des Jubiläumskonzertes ging somit mein persönlicher Traum in Erfüllung. Damit zählt die Show zu einem meiner bisherigen Konzerthighlights.

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3 Antworten

  1. Beneidenswert…sepultura in rio….kannst du nicht noch ne konzertfotografin für deine live reviews gebrauchen 😉

    2. September 2015 um 14:44

    • Wie du siehst, bin ich kein Fotograf. Ich schreibe lieber 😉 Kannst mir auch gerne über Kontakt ne Mail schreiben, wenn du willst.

      2. September 2015 um 14:55

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