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Nine Inch Nails – Recoiled

nine inch nails - recoiled

Mit With Teeth hat Trent Reznor bereits die langjährige Tradition der Remix-Veröffentlichungen von seinen Nine Inch Nails gebrochen. Trotz positiver Resonanz von Hesitation Marks knüpft der Mastermind auf altbewährtes Material zurück und präsentiert sechs unveröffentlichte Mixe aus der Downward Spiral- und Broken-Era.

Grund für Veröffentlichung von Recoiled liefert der junge Tod der beiden Gründungsmitglieder von Coil und die langjährige und einflussreiche musikalische Freundschaft zu Trent Reznor. Nachdem sich der Mastermind bereits den Coil-Song „How To Destroy Angels“ für sein Nebenprojekt zu eigen machte, widmet er ihnen nun eine EP. Dabei fand ein Großteil des bisher unveröffentlichten Materials bereits im vergangenen Jahr seinen Weg ins Internet.

Die Grundkonstruktion aus Melodie und Synthiesounds bleiben allen Titeln beibehalten, während Coil den Klassikern ihren eigenen Stempel aufdrücken. In „Gave Up (Open My Eyes)“ schrauben die Briten die Gitarren zurück und fügen ein paar Industrial-Elemente hinzu, sodass das ehemalige Hassbrett zwar seinen Biss verliert, aber durchaus als gelungene Interpretation durch geht. Doch was würde Marilyn Manson dazu sagen, wenn er mitbekommt, dass seine Vocals herausgeschnitten wurden?

Nach dem einzigen Songs von der Broken EP folgt die zähe Version „Closer (Unrecalled)“. Dabei berauben Coil dem Song in der ersten Hälfte beinahe die Identität und ziehen mit gesprochenen Roboter-Textzeilen und futuristischen Raumschiff-Signalen am Geduldsfaden, bevor der Grundbeat und die Gitarren einsetzen. Trotz übermäßigen Bemühungen würdigt dieser Mix „Closer“ nicht.

„The Downward Spiral (A Gilded Sickness)“ unterscheidet sich zur bereits erschienen Version auf „Further Down The Spiral“ kaum und zieht den Titel unnötig in die Länge. Der Wiedererkennungswert von NIN-Strukturen setzt wiederum erst nach fünf Minuten ein und rüttelt den Hörer nochmals wach. Trotzdem schafft es der Remix keinen Spannungsbogen aufzubauen.

Dagegen klingt „Eraser (Reduction)“ weitaus düsterer und die musikalischen Bauelemente harmonieren ausnahmsweise miteinander, wobei Reznors achtminütiges Geschrei hier einfach nichts zu suchen hat und die Schlagzeugrythmen des Originals völlig verloren gehen.

„Eraser (Baby Alarm Remix)“, der einzige Song, der es vorab noch nicht ins Netz schaffte, wummert mit Bässen, kreischt mit Stimmbändern und sorgt mit ordentlichen Riffs für ein lautstarkes Industrial-Gewand, welches den restlichen Songs auch gestanden hätte.

Bei allen Ehren der beiden verstorbenen Musiker. Recoiled hält qualitativ nicht mit anderen NIN-Remix-Scheiben mit und zieht mit lediglich sechs Titeln beiden Fanlagern gleichermaßen das Geld aus der Tasche. Somit scheitert Trent Reznor bei dem Versuch nach einem Leak nochmals schnell Kohle zu schöffeln.

Tracklist:

01. „Gave Up“ (Open My Eyes)

02. „Closer“ (Unrecalled)

03. „The Downward Spiral“ (A Gilded Sickness)

04. „Eraser“ (Reduction)

05. „Eraser“ (Baby Alarm Remix)

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Eine Antwort

  1. Pingback: Nine Inch Nails: TV-Livemitschnitt “Austin City Limits” online | 24hourhate

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