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News und Reviews aus Alternative, Punk, Hardcore und Metal

Die besten Punk-/Hardcore- und Metal-Alben 2013

Um das Jahr 2013 gebührend zu beenden, sollte man sich das gesamte Jahr nochmals vor Augen führen. Gesagt getan. Ein riskanter Blick in die Metal-Kiste und ein zuckendes Auge vor dem härtesten deutschsprachigen Blog helfen uns die Entscheidung für die besten 10 Alben des Jahres zu fällen. In unserem Fall stellen wir dabei überraschenderweise fest, dass sich in diesem Jahr unsere Gehörgänge eher seichteren Tönen widmeten. Kein Wunder. Eine neue Slayer-Scheibe ist erst für das kommende Jahr angekündigt.

Grund für die kleine Auszeit der Big Four-Legende, dürfte der zweite Abgang von Schlagzeuger Dave Lombardo sowie der Tod von Gründungsmitglied Jeff Hanneman sein. Der Gitarrist starb im Alter von 49 Jahren an Leberversagen. Einen weiteren Verlust verzeichneten die Deftones, als Bassist Chi Cheng nach einem knapp fünfjährigen Koma nicht mehr aufwachte. Nichtsdestotrotz hatte das Jahr 2013 einige positive Momente zu bieten, wie zum Beispiel die folgenden 10 Studioalben.

Obwohl der Sängerverschleiß von Shai Hulud an ein Durchgangsbordell erinnert, fand die Band mit Justin Kraus einen passenden Sänger, der dem melodisch progressiven Hardcore-Gebräu ausdrucksstarke Hooks verleiht. „Reach Beyond The Sun“ galt gleich nach Erscheinen im Januar als großer Anwärter für die Top 10 und wird mit einem Platz in der Ehrenliste belohnt. Ein Stück brutaler und weitaus chaotischer meldete sich die brasilianische Thrash Metal-Legende Sepultura mit dem wirren Albumtitel „The Mediator Between The Head And Hands Must Be The Heart“ zurück, um mit 10 Granaten im Old School-Gewand jeden Hörer schwindlig zu spielen. Damit zeichnete sich schnell ab, dass die aktuelle Soulfly-Scheibe „Savages“, die fast zeitgleich dieses Jahr erschien, in Sachen Songwriting und Experimentierfreudigkeit keineswegs mithalten kann.

Auf dem achten Platz klammern sich A Day To Remember aus Florida wie ein Koalabär fest. Eine Mischung aus Punk, Pop und Hardcore kann eigentlich nur schief gehen, sollte man meinen. Die fünf Jungs kombinieren Spaß und Brutalität zu einem erfolgreichen Konzept, sodass das aktuelle Album „Common Courtesy“ sicherlich als Überraschung des Jahres gilt und beim einen oder anderen Erinnerungen an Blink 182 hervorruft. Eine weitere erfreuliche Nachricht erreichte die Redaktion am 01. April: „Modern Life Is War melden sich zurück.“ Entgegen der Befürchtung eines Lesers stellte sich das Statement nicht als Aprilscherz heraus. „Fever Hunting“ lautet das erste Lebenszeichen nach der Reunion und unterstreicht die musikalische Einzigartigkeit sowie den Undergroundstatus der amerikanischen Post Hardcore-Formation.

Glücklicherweise beriefen sich Hatebreed wieder ihrer Wurzeln und knüppelten nach zwei miserablen Veröffentlichungen das kompromisslose Werk „The Divinity Of Purpose“ ein. Songs wie „Honor Never Dies“ beinhalten wieder Textzeilen, die man getrost mitgrölen kann. Während der EMP Persistence Tour fügten sich die neuen Songs ins Line-up aus zahlreichen alten Klassikern ein und rissen dem Publikum im LKA Stuttgart die Rübe ab. Von der unglaublichen Live-Energie kann man bei Bring Me The Horizon nur träumen. Nichtsdestotrotz machen die Metalcore-Sprösslinge auf Platte alles richtig, und das obwohl Jona Weinhofen der Band den Rücken kehrte. „Sempiternal“ klingt eingängig und poppig zugleich, während brutale Breakdowns nur noch sporadisch zutage treten. Sänger Oli Sykes brüllt sich nach wie vor die Seele aus dem Leib und steht zurecht auf dem fünften Platz.

Ein Stück langsamer, dafür mit variierenden Rhythmen und ordentlich Street Credit meldeten sich Terror aus Los Angeles mit dem Statement des Jahres zurück: „Live By The Code“. Vier Wörter, eine Lebensphilosophie, die die Hardcore-Band während der Rebellion Tour in München in einer wahnsinnigen Bühnenperformance umsetzte. Obwohl die N.Y.H.C.-Legende Madball als Headliner auftrat, war das 30-minütige Terror-Konzert nicht zu toppen. Ein Abend, zahlreiche Bands und „Terror All Night Long“. Für Frank Carter sind seit seiner Abkehr von den Gallows keine Moshpits mehr angesagt. Mit Pure Love widmet er sich einfühlsamen Noten und veröffentlichte mit „Anthems“ ein poppiges Arena-Rock-Album, das zwar von Kritikern (und uns) nicht die Beachtung geschenkt bekam, die es verdient, aber keineswegs ungehört bei Spotify stehen bleiben darf und nicht in der CD-Kiste verrottet sollte.

Fast gleichauf stehen Boysetsfire mit ihrem lang ersehnten fünften Album „While A Nation Sleeps…“ einen Platz weiter oben. Die erste Veröffentlichung seit der Reunion vor drei Jahren beinhaltet die Härte der Anfangstage sowie die typischen Gesangseinlagen von Nathan Gray, die jedes BSF-Album zu einem Ohrenschmaus machen und bei unserem Berlinbesuch im Astra Kulturhaus auch auf der Bühne in eine schweißtreibende Gelegenheit ausartete. Für das Album des Jahres kam letztendlich keine andere Band als Heaven Shall Burn infrage. Warum? Die Saarfelder zelebrieren auf „Veto“ feinsten Modern Death Metal mit unverkennbaren Gitarrenmelodien und sind nebenbei völlig politisch korrekt. „Veto“ ist eine Message gegen das Gefühl der Machtlosigkeit von gesellschaftlichen Entwicklungen und politischen Entscheidungen und kickt jeder Schnarchnase den Schnuller aus dem Mund. So etwas wird u.a. mit einer Südamerika-Tournee mit Parkway Drive und selbstverständlich mit dem ersten Platz belohnt.

01. Heaven Shall Burn – Veto

Heaven Shall Burn-Veto

02. Boysetsfire – While A Nation Sleeps…

boysetsfire-while-a-nation-sleeps

03. Pure Love – Anthems

pure love_anthems

04. Terror – Live By The Code

terror_live by the code

05. Bring Me The Horizon – Sempiternal

bring me the horizon_sempiternal

06. Hatebreed – The Divinity Of Purpose

Hatebreed - The Divinity Of Purpose

07. Modern Life Is War – Fever Hunting

Modern LifeIs War _Fever Hunting

08. A Day To Remember – Common Courtesy

a day to remember_common courtesy

09. Sepultura – The Mediator Between The Head And Hands Must Be The Heart

the mediator between head and hands must be the heart

10. Shai Hulud – Reach Beyond The Sun

shai hulud-reach_beyond the sun

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2 Antworten

  1. Pingback: A Day To Remember: Spaßiges Video zu “Right Back At It Again” | 24hourhate

  2. Pingback: Die besten Punk-/Hardcore- und Metal-Alben 2014 | 24hourhate

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