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Impericon Never Say Die! Tour 2013: Bellende Hunde, eine ungekrönte Queen und zahlreiche Märtyrer in den Stuttgarter Wagenhallen

Impericon Never Say Die! Tour 2013

Die Impericon Never Say Die! Tour jährt sich 2013 zum siebten Mal und hat wieder Bands aus den Bereichen Hardcore, Metalcore und Death Metal im Gepäck. Obwohl, wie bereits im letzten Jahr, kein fetter Headliner die Tourplakate ziert, verspricht das Line-up mit Hand Of Mercy, Northlane, Hundredth, Betraying The Martyrs, I Killed The Prom Queen, Carnifex und Emmure ein vielversprechendes Bühnenprogramm, das für Freunde von Breakdowns und Vertreter der Two-Step-Generation ein Pflichttermin darstellt.

Während die Tour in 22 Städten und 11 Ländern innehält, schaut das Siebener-Gespann am 20.10. in den Stuttgarter Wagenhallen vorbei. Bei Hand Of Mercy tummeln sich zwar schon einige Besucher vor der Stage, doch wirklich bewegen will sich am frühen Abend niemand. Bei Northlane füllt sich die Halle und die Band agiert mit einem Mix aus Melodic Hardcore und Punk vitaler als der Opener und facht somit die Stimmung an. Nach 15 Minuten Spielzeit ist bei den beiden australischen Newcomern aber Schluss.

Als Hundredth die Bühne betreten, offenbart sich bereits das erste Highlight des Abends. Obwohl der Funke zum Publikum nicht ganz überspringen will, überzeugen die Kalifornier mit zahlreichen Songs aus ihrem aktuellen Album „Let Go“, die zwischen Punk und Melodic Hardcore angesiedelt sind und denen Sänger Chadwick Johnson atmosphärischen Charakter verleiht. Dabei bleibt kein Bandmitglied länger als eine Millisekunde auf dem selben Fleck stehen und allesamt performen selbst gegen Ende der ausgedehnten Tour munter und fröhlich. Dennoch bleibt Zeit für den Frontmann sein Anliegen zu vermitteln. Nämlich diese Welt in positiver Weise zu verändern. In 20 Minuten bieten Hundredth den optimalen Ausgleich zu unzähligen Breakdowns und Moshparts, wobei der Sänger keine Gelegenheit außer Acht lässt, sich selbst ins Gesicht zu spucken.

Mit Betraying the Martyrs betritt dann die erste Deathcore-Band mitsamt Keyboarder die Bühne und verwandelt die Halle im Handumdrehen in ein Schlachtfeld. Wüste Moshparts, Blastbeats, derbe Breakdowns und böse Growls stacheln das Publikum an und überzeugen von der ersten Minute an. Mit sechs Leuten auf der Bühne heizen vor allem der Sänger sowie der Keyboarder, der das zweite Mikro in der Hand hält, sobald er nichts zu tun hat, dem Gedränge vor der Bühne ordentlich ein. So lassen sich die beiden mit einem Stagedive in der Menge nieder, bevor es auf der Bühne wieder weitergeht. Stehend in der Crowd lässt sich Keyboarder/Vocalist Victor Guillet feiern und hinterlässt nach schweißtreibender Performance mit seinen Pariser Kollegen bleibende Eindrücke beim Mosh-Volk.

Die Metalcore-Vertreter I Killed The Prom Queen tun sich deshalb schwer den Slot zwischen den Pariser Death-Klampfen und Carnifex zu überbrücken. Nichtsdestotrotz gibt Gitarrist Jona Weinhofen mit seinen australischen Freunden sein Bestes und trumpft vor allem bei denjenigen auf, die die Band seit ihren Anfangstagen kennt. Schließlich haben die Australier bis auf den neuen Song „Memento Vivere“ seit dem 2006 veröffentlichen Genre-Meilensten „Music For The Recently Deceased“ kein neues Material veröffentlicht und scheinen deshalb bei einigen Konzertbesuchern völlig unbekannt zu sein. Doch Titel wie „Say Goodbye“ oder „Sharks In Your Mouth“ treten mit heftigen Breakdowns auch den Kiddies in den Hintern, während im Wechsel die unverkennbaren Melodielinien der beiden Gitarristen in den Vordergrund rücken und sich somit für IKTPQ-Fans ein Ohrenschmaus offenbart. Leider reicht es lediglich für eine Hand voll Songs und nach 20 Minuten ist viel zu früh Schluss für die wiedervereinigten Australier.

Nachdem Miss May I im Vorfeld die Tour absagten, wurden die Metalcore-Sprösslinge zur Freude von Death Metallern durch die kalifornischen Schlachtrichter Carnifex ersetzt. Nach fünf Metalcore- und (Melodic) Hardcore- Recken geht das Todesblei direkt ins Gehör und rüttelt ordentlich an der Rübe. Mit messerscharfen Riffs und fiesen Growls versteift in den beiden Songs „Hell Chose Me“ und „My Heart in Atrophy“ deshalb nicht nur das Genick. Die Meute schüttelt seine Haarpracht, rennt im Kreis und kickt an geeigneten Stellen Löcher in die Luft. Was auf Platte irgendwann eintönig wirkt, wird in den Stuttgarter Wagenhallen zu einem abwechslungsreichen Richtfest.

Als Emmure die Bühne betreten, steigt zugleich der Coolness-Faktor. Frankie Palmeri trägt mit einer Baseballcap und einem Windbreaker seinen Teil dazu bei, während die verbleibenden Bandmitglieder mit lässiger Art und kopfnickenden Gesten das Bühnenbild prägen. Nachdem sich die Deathcore-Matadoren aus Conneticut in ihrer ganzen Diskografie mit jedem Album wiederholten, funktioniert ihr Mix aus quietschenden Gitarren, simplen Riffs, groovenden Rhythmen und einem bellenden Hund live geradezu perfekt. Die Konzerthalle bounct, wippt und springt im Einklang zur Groove-Maschine und Frankies Gekläffe. Emmure sind musikalisch zwar nicht brillant, dafür minimalistisch gut. Als Headliner ziehen Emmure wie Carnifex in 35 und 40 Minuten ihre Show durch, sodass am Sonntag Abend in Stuttgart um 23:30 Uhr Schluss ist.

Nach fünf Stunden und sieben Bands leert sich die Konzerthalle und nur wenige Besucher taumeln sich noch an den Merchandise-Ständen, um Autogramme zu ergattern oder ein Foto mit den Musikern zu schießen. Obwohl an diesem Abend die Kapazitäten nicht erschöpft waren, herrschte eine hervorragende Konzertatmosphäre bei einer treffenden Bandauswahl. Lediglich die sehr kurzen Spielzeiten von I Killed The Prom Queen, Betraying The Martyrs oder Hundredth musste man als Fans verkraften. Nichtsdestotrotz können wir die Impericon Never Say Die! Tour 2014 kaum erwarten.

Bild: www.facebook.com

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