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Rebellion Tour 2013: „Terror All Night Long“ im Backstage München

Rebellion Tour 2013

Wie ist es möglich, dass sechs internationale Hardcore-Bands auf europäischem Boden auftreten und nur schlappe 23,- Euro Eintritt verlangen? Wer an einem Mittwoch Abend das Backstage in München fast bis auf den letzten Platz füllt und einfach nur gerne seinen Beitrag für die weltweite Hardcore-Familie beisteuern möchte, kümmert sich nicht um Zahlen, sondern um eine energische Show, die den Anhängern hoffentlich noch lange im Gedächtnis bleibt. Im Falle der Rebellion Tour im Münchener Backstage ging die Rechnung auf und der Abend am 20.03. bleibt garantiert allen Anwesenden positiv in Erinnerung.

U.a. führen The Setup, AYS, Your Demise, Comeback Kid, Terror und Madball schätzungsweise 800 Leute ins Backstage. Der Startschuss fällt um 19 Uhr und bietet für The Setup aus Belgien und AYS aus Düsseldorf Gelegenheit die Two-Step Generation zu überzeugen. Während sich zunächst nur wenige Besucher die Füße vertreten, drängt sich das Publikum bei Your Demise aus England bereits in den ersten Reihen und startet den ersten ernstzunehmenden Pit. Die Mischung aus Punk und Hardcore sowie einem wuseligen Frontmann fügt sich perfekt ins bestehende Line-up ein und der knapp 30-minütige Auftritt sorgt für erhitzte Gemüter. Die Kanadier von Comeback Kid spielen auf Platte einen ähnlichen Mix aus den beiden Genres, wenn auch melodischer. Während der Live-Präsenz verschwinden Melodien dezent in den Hintergrund und Frontmann Andrew shoutet weitaus aggressiver als im Studio, sodass die Songs auf der Bühne die Meute zwar ordentlich durch den Reißwolf zieht, aber beim neuen Publikum nicht unbedingt überzeugend wirkt.

Bei Terror aus Los Angeles California sieht die Sache schon ganz anders aus. Der Großteil der Masse im Backstage trägt bereits Hoddies, Zipper und Shirts der Band um Sänger Scott Vogel und Schlagzeuger Nick Jett. Nach einem kurzen Intro steht das Backstage bereits beim Opener „Hard Lessons“ Kopf und erste Stagediver wittern ihre Chance. Ob Salto, Gangshouts oder einfach nur um die Handgelenke des Publikums in den ersten Reihen zu strapazieren; auf der Bühne tummeln sich während der 40 Minuten-Show so gut wie immer Leute. Mit ihrem letzten Album „Keepers Of The Faith“ haben Terror nicht nur ihr Revier markiert, sondern auch Zuspruch in anderen Genres gefunden. Ihren Respekt und ihre tiefe Verbundenheit zu Madball zollen die Kalifornier dennoch, indem Scott kurzerhand in Freddys Mikrophon sagt: „This Is The Best Band.“ Ob „Always The Hard Way“ oder „Live By The Code“, die komplette Meute dreht durch und Stagediver bahnen sich von der Seite ihren Weg in den Pit, während pures Adrenalin fast zum Platzen von Scott Vogels Venen führt.

Nach dieser Wahnsinnsshow bleibt das Publikum hungrig und kann es kaum erwarten bis nun endlich Madball die Bühne betreten. Obwohl es die N.Y.H.C.-Recken verdammt schwer haben aus dem Schatten von Terror zu treten, meistern sie die ersten Songs mit Bravour. In der Position des Headliners bleibt Madball genügend Zeit um alte Hits wie „Set It Off“ und neueres Material vom letzten Output „Empire“ vor jungem sowie altem Publikum zu zocken. Bei einer knappen Spielzeit von 60 Minuten ist Platz für ein paar wenige Verschnaufpausen und Freddy lässt es sich nicht nehmen das Kollektivbewusstsein zu stärken. Dabei animiert er die Meute weiterhin die Bühne mit ihm zu teilen. Im Gegensatz zu seinen vorherigen Kollegen blicken Madball auf drei Jahrzehnte Bandgeschichte zurück und haben Klassiker wie „Pride“ oder „Demonstrate My Style“ im Gepäck, die zu den wichtigen Einflüssen von jüngeren Bands wie Terror oder Hatebreed zählen. Die schweißtreibende Uraufführung der N.Y.H.C.-Legende groovt höllisch und obwohl nur ein Gitarrist seine Riffs um die Ohren des Publikums schleudert, packt der Sound die Hörer und das moshende Volk an den Eiern und tritt den einen oder anderen weiblichen Hintern.

Nach 4,5 Stunden ist im Backstag Schicht im Schacht und Madball verlassen die Bühne. Letztendlich haben alle sechs Bands zu einem übermäßig gelungenen und unvergesslichen Abend beigetragen, während Terror ihre mächtige Stellung an diesem Abend unterstrichen haben und über ihre Spielzeit hinweg deutlich dominierten. Die nächste Rebellion Tour steht hoffentlich schon in den Startlöchern. Bei diesem Band-Paket ist Zögern keine Option.

Foto: http://www.facebook.com/rebelliontour

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2 Antworten

  1. Pingback: Die besten Punk-/Hardcore- und Metal-Alben 2013 | 24hourhate

  2. Pingback: Rebellion Tour 2014: Madball, Biohazard, Wisdom Of Chains, Devil In Me, Final Prayer | 24hourhate

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