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Funeral For A Friend – Conduit/Live At The Roadhouse, 2011

funeral for a friend_conduit

Obwohl die fünf Waliser in ihrer 12-jährigen Karriere von einer geschminkten und jugendhaften Emo-Band zu einer etablierten Pop-Rock-Postcore-Formation heranwuchsen, haftet ihnen nach wie vor ihr anfängliches „Seitenscheitel-/Make-up-Träger-Image“ an. In musikalischer Weise entfernten sich Funeral For A Friend aber weit von der Emo-Szene, während ihre Texte weiterhin herzerreißende Dramen um gescheiterte Beziehungen thematisieren.

Nach dem erfolgreichen Album „Welcome Home Armageddon“ und der unnötigen EP namens „See You All In Hell“ folgt nun endlich ein vollwertiger Nachfolger des hochgelobten Werks. Mit neuem Schlagzeuger und frischer Energie beziehen sich Funeral For A Friend ein weiteres Mal auf ihre Wurzeln und mischen emotionalen Gesang mit Elementen aus Postcore und Rock.

Während in der Vergangenheit die Band hauptsächlich darauf achtete eingängige Melodien im Ohr des Hörers zu positionieren, findet man auf „Conduit“ vermehrt schwerfällige Songs. Der Opener „Spine“ beginnt zwar mit typischen Gitarrenmelodien, wobei die treibende Rythmusmaschine dem Song kurzerhand den Gar ausmacht und der erste Eindruck ernüchterndem wie ein Hochgeschwindigkeitszug durch beide Ohren rauscht. Der Titelsong „Conduit“ versucht erst gar nicht melodisches Hörvergnügen vorzutäuschen, sondern wechselt die Fahrtrichtung mit Drums, harten Riffs und frustriertem Sänger zu „The Distance“ über. Nach vier-minütiger Eingewöhnungsphase kommt die Band auf ihrem Spezialgebiet an und kombiniert geschickt hymnenhaftiger Gesang mit Rock-Elementen, die den Hörer erstmals fesseln.

Größtenteils nimmt der Härtegrad auf „Conduit“ zu und demonstriert seine Funktionstüchtigkeit in Titel wie „Best Friends And Hospital Beds“ eindrucksvoll, obwohl er zu Beginn zunächst für große Verwirrung und Enttäuschung sorgt. Leider schleichen sich dann halbgare Songs wie „Nails“ und „Death Comes To Us All“ ein, die gute Ansätze versprechen, aber unreif wirken. Solche Halbfertigkeiten trüben den Genuss des sechsten Studioalbums, denn die Erwartungen lagen gerade nach der Rückbesinnung zur alten Stärke sehr hoch.

Mit einer Spielzeit von zwei bis drei Minuten kann der Großteil der Titel den Hörer nicht überzeugen. „Grey“ verspielt seine Chance mit dem ersten gespielten Akkord und vermiest die FFAF-Party. Die angepisste Stimme von Frontmann Matthew Devies und dem peitschenden Schlagzeuger Pat Lundy zerstören das von Erfolg gekrönte Konzept der Band. Mit „Sun-Less“ bekommen die Waliser kurzzeitig die Kurve und punkten mit packenden Gesangmelodien. Zum Schluss findet der ursprünglich als B-Seite veröffentliche Titel „High Castles“ verdienter Weise seinen Weg in die breite Öffentlichkeit. Die verhältnismäßig lange Spieldauer von drei Minuten bietet dem Song die Möglichkeit mehrere Ideen in einem Song unterzubringen und versprüht einen Hauch von Abwechslung.

Wer sich „Conduit“ auf der offiziellen Homepage vorbestellte, bekam die exklusive Aufnahme aus London (Camden) „Live At The Roundhouse, 2011“ mitgeliefert. Das letzte Konzert während der „Welcome Home Armageddon“-Tour dient als nette Beilage zur mageren sechsten Studio-Veröffentlichung und fängt die Atmosphäre des Abends authentisch ein, da an den Aufnahmen keine wesentlichen Veränderungen vorgenommen wurden. Leider handelt sich bei der CD um eine One Track-Aufnahme, die das skippen zwischen den unterschiedlichen Songs nicht erlaubt. Während den 76 Minuten Spielzeit bietet sich dem Hörer deshalb lediglich die Möglichkeit vor oder zurück zu spulen.

funeral for a friend_live at roadhouse

Tracklisting:
01. Spine
02. Conduit
03. The Distance
04. Best Friends And Hospital Beds
05. Nails
06. Death Comes To Us All
07. Travelled
08. Grey
09. Sun-Less
10. Elements
11. High Castles

Bonus Live-CD:
01. „Live at the Roundhouse, 2011“ in London (Camden)

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2 Antworten

  1. Pingback: Funeral For A Friend: Interview und Live From The Distillery | 24hourhate

  2. Pingback: Boysetsfire covern den Funeral For A Friend-Song “10:45 Amsterdam Conversations” | 24hourhate

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