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The Gaslight Anthem – Handwritten

Nachdem sich Brian Fallon mit seinem Nebenprojekt „The Horrible Crowes“ fast zwei Jahre lang austobte, nahm sich der Frontmann wieder Zeit für sein heißgeliebtes Baby: „The Gaslight Anthem“. Während in der Vergangenheit „der Boss“ höchstpersönlich als Inspirationsquelle für das Songwriting diente, lieferte ein Notizbuch aus Fallons Hand die zündenden Ideen für das neue Album „Handwritten“.

Die Devise der vierten LP lautet: „Raus aus den Clubs“ und „Hinein in die Stadien“. Mit der ersten Single „45“ bleiben sie aber zunächst im Wohnzimmer vor ihrem Plattenspieler stehen und ehren das Vinyl mit einem bekräftigendem Statement. Eine Melodie aus New Jerseys Straßen und Passagen wie „Hey hey, turn the record over. Hey hey, and I’ll see you on the flip side. There you go, turn the key and engine over. Let her go, let somebody else lay at her feet.“ bringen die Nadel nach wochenlangem Hören im Vorfeld immer noch zum Glühen.

Mit „Handwritten“ wollen TGA die großen Bühnen stürmen und orientieren sich dabei gleichzeitig an dem Sound der ersten beiden Alben „Sink Or Swim“ und „The ’59 Sound“. Weshalb der Longplayer immer noch rau, aber weitaus erwachsener in seinem Reifungsprozess klingt als die frühen Werke.

Dabei verlieren TGA ihre unglaubliche Authentizität nicht aus den Augen, die Brian Fallon mit seinen Texten verkörpert. Im Chorus zu „Handwritten“ fühlt der Hörer jedes gesungene Wort in allen erfahrbaren Details, als ob die erzählte Geschichte sich am eigenen Körper abgespielt hätte. Dabei bedient sich der Sänger aus dem gewohnten Vokabular, das Worte wie „Baby“ und „Honey“ im amerikanischen Kontext der 60er Jahre immer wieder aufgreift und selbstverständlich auf keinem TGA-Album fehlen darf.

Entsprechende Chorgesänge und einprägsame Wortfolgen sorgen für die gewollte Stadiontauglichkeit in „Here Comes My Man“ und „Desire“. Die Mischung aus Blues und klassichem Rock’N’Roll drückt dann in „Mullholland Drive“ die Tragik einer zu scheitern drohenden Beziehung aus, während die balladeske Nummer „Keepsake“ mit Mundharmonikaklängen an der getrübten Gefühlslage anknüpft.

Fallons Stimme pendelt sich zwischen einprägsamem Gesang und herzzerreisenden Emotionsschüben ein, ohne dabei zu kommerziell oder weinerlich zu klingen. Mit „Howl“ erschaffen die Blues-Rock’N’Roller dann eine Hymne, die zwar nur zwei Minuten dauert, aber sich mit seinen Gesangsmelodien auf Anhieb im Gedächtnis verankert.

Die Rhytmus-Maschine bewegt sich gemäß den Regeln der beiden Genres und bietet dem Bass in „Bioloxi Parish“ Platz um sich zu entfalten, bevor die Stimmbänder von Fallon die Führung übernehmen. Weitere einfühlende Momente erfährt man als Hörer im ruhigen „Mae“ und im akustischen Schlusslicht „National Anthem“.

Mit „Handwritten“ schaffen „The Gaslight Anthem“ den großen Sprung in die obere Rockliga und können voller Stolz auf ein grandioses Blues-Rock Album blicken, das den Erwartungen der Fans der ersten Stunde entspricht und Neuentdecker garantiert überzeugt.

Tracklist:
1. “45“
2. Handwritten
3. Here Comes My Man
4. Mulholland Drive
5. Keepsake
6. Too Much Blood
7. Howl
8. Biloxi Parish
9. Desire
10. Mae
11. National Anthem

Deluxe Edition:
12. Blue Dahlia
13. Sliver (Nirvana Cover)
14. You Got Lucky (Tom Petty Cover)

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Eine Antwort

  1. Pingback: 24hourhate.com wünscht einen guten Rutsch ins neue Jahr mit den besten Alben des Jahres 2012 « 24hourhate

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