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Bleeding Through – The Great Fire

Hardcore, Metalcore, Straight Edge. Das sind die Begriffe, die im Zusammenhang mit „Bleeding Through“ fallen. Ihre Ursprünge haben die sechs Bandmitglieder im Hardcore-Bereich. Sie widmeten sich auf ihren sieben Studioalben aber immer mehr ihren Metaleinflüssen. Laut Lou Koller (Sick Of It All) ist die Band so unpolitisch wie eine Weihnachtsgans. Was ist also von der Hardcore-Ära und vom D.I.Y. Konzept noch übrig geblieben? Auf „The Great Fire“ besinnen sich die sechs Mitglieder wieder auf ihre Wurzeln und produzierten ihre siebte LP ganz in Eigenregie.

Für „The Great Fire“ wurden 14 Songs geschrieben/ausgewählt, die sich zum größten Teil bei einer Spiellänge zwischen 1:30 und 3:00 Minuten einpendeln. „The March“ hätte man nicht treffender als Intro schreiben können. Gleich zu Beginn sticht die rohe Produktion heraus. Es folgen verdammt schnelle und fiese Gitarrenriffs à la Slayer; ein Schrei von Brandan und die Post geht ab. Da scheint jemand „Bleeding Through“ ordentlich in die Suppe gespuckt zu haben. Die Gitarren sind auf „aggressiv“ gestimmt und Brandan schreit so böse, wie noch nie zuvor. In „Goddbye To Death“ wird herumgeholzt, als ob „Bleeding Through“ ihr erstes Studioalbum veröffentlichen würde. Runde drei haut nochmals voll auf die Zwölf und prügelt einem die angestaute Wut, wegen dem eher schwachen selbstbetitelten Vorgängeralbum, nur so aus dem Leib. Dennoch gibt es Platz für ein paar cleane Vocals im typischen Stile von Brandan. Er ist bestimmt kein begnadeter Sänger, dennoch findet seine Stimme auf jedem Release seinen Weg ins Gehör.

Diejenigen, die mit dieser Band schon vertraut sind, wissen um die Problematik des starken Keyboard-Einsatzes. Wer sich daran in der Vergangenheit gestört hat, wird sich auch diese Mal daran stören. Fans sehen gerade darin die Stärke dieser Band. Die Keyboards sind auf „The Great Fire“ stetige Begleiter der 14 Abrissbirnen und fügen sich in das Gesamtbild der Band perfekt ein. Das was mit „Starving Vultures“ und „Everything You Love Is Gone“ folgt, ist weiterhin ganz großes „Bleeding Through“ Kino. Erste Breakdowns lassen die Violent-Dancer in der Luft rudern. Da kommen „Walking Dead“ und „Step Back In Line“ als melodisch, düstere Black-Metal-Anlehnungen gerade gelegen, um kurz ein wenig für Abwechslung zu sorgen. Dabei schimmern immer wieder typische „Bleeding Through“-Breakdowns hindurch.

In „The Devil and The Self Doubt“ wird wieder mehr auf die Riffs der Gitarren Wert gelegt, bevor Brandan nochmals seinen Emotionen in cleanen Vocals freien Lauf gibt. Mit „Trail of Seclusion“ wird es dann zum ersten Mal etwas langsamer, dafür umso emotionaler. Mit einem Refrain, der einem aus der Seele spricht und einer Gitarre, die das emotionale Spektakel untermalt, punktet dieser Song auf ganzer Strecke. Selbst gegen Ende schaltet die Band keinen Gang zurück. Im Gegenteil. Es wird nochmals ordentlich drauflos gehämmert. In „One By One“ und „Entrenched“ wird geblastet was das Zeug hält. An dieser Stelle ein großes Lob an die Leistung von Schlagzeugers Derek Youngsma. Einen gelungenen Abschluss bildet „Back To Life“. Es erschallt ein letztes mal ein Chorus gepackt mit dahinschmelzenden Vocals zum Mitsingen, bevor uns „Bleeding Through“ in die Zielgerade schleppt.

„Bleeding Through“ geht auf „The Great Fire“ keinerlei Kompromisse ein und kann selbst alte Fans wieder überzeugen. Die Band bewegt sich weiterhin in einem sehr engen Spektrum und wird bestimmt keine „Bleeding Through“-Hasser bekehren. Von dem was die Band aber bisher abgeliefert hat, ist „The Great Fire“ eines ihrer härtesten und stärksten Outputs und bewegt sich auf gleicher Ebene wie das hochgelobte Album „Declaration“. Die Eigenverantwortung für die Produktion und das Songwriting ohne ein Plattenlabel im Nacken scheint der Band außerordentlich geholfen zu haben, um ein solches Statement abzuliefern. Mit „Bleeding Through“ ist definitiv zu rechnen.

Tracklist:
01. March
02. Faith In Fire
03. Goodbye To Death
04. Final Hours
05. Starving Vultures
06. Everything You Love Is Gone
07. Walking Dead
08. Devil And Self Doubt
09. Step Back In Line
10. Trail Of Seclusion
11. Deaf Ears
12. One By One
13. Entrenched
14. Back To Life

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3 Antworten

  1. hellsingsblog

    Klasse Review!

    15. Februar 2012 um 13:35

  2. Pingback: 24hourhate.com wünscht einen guten Rutsch ins neue Jahr mit den besten Alben des Jahres 2012 « 24hourhate

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