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Lamb Of God – Resolution

Während ihre Platten in den Staaten wie warme Semmel über die Ladentheke gehen, konnten die Mitbegründer des New Wave of American Metal in Europa nie die Popularität erreichen wie es in Amerika der Fall war. Der neue Output „Resolution“ bekommt in Europa Rückenwind vom neuen Plattenlabel Roadrunner Records und soll den fünf Jungs den wohlverdienten Erfolg auch hierzulande einfahren. Kritiker überschlagen sich mit „Resolution“, eine positive Rezession nach der anderen folgt. Dennoch scheint es Gründe zu geben, weshalb sich „Lamb Of God“ manchmal schwer tut beim Hörer im Langzeitgedächtnis zu landen.

Das mittlerweile siebte Studioalbum beinhaltet 14 Songs, wobei ein Teil der Songs sich im Mid-Tempo-Gefielde ansiedelt und den Zuhörer zum Headbangen einlädt. Die restlichen Songs nehmen etwas mehr Fahrt auf, gelangen früher oder später dennoch irgendwann im Mid-Tempo-Bereich an. Das Intro „Straight For The Sun“ ist verdammt heavy und könnte beinahe als eigenständiger Song durchgehen. Die Doublebass wird in „Desolation“ und „Ghost Walking“ ordentlich getreten und verhilft den Songs ein wenig zu Schnelligkeit. Erste nennenswerte Gitarrenriffs des Gitarristen-Duos Adler/Morton kommen dann in „Guilty“ und „The Undertow“ zu Tage. „Gilty“ macht als vierter Song dann endlich das erste Mal richtig Dampf unter dem Hintern.

Sänger Randy Blythe schreit auf „Resolution“ konstant über 57 Minuten, als ob ihn jemand strangulieren würde. In „Number Six“ kann er dann im Chorus kurz beweisen, dass er nicht nur zwischen Screams und Growls variieren kann. Etwas Melodie im Gesang und schon sticht ein Song heraus. Mit „Barbarosa“ ist dann auch schon Halbzeit und man schiebt ein instrumentales Gitarrenarrangement dazwischen. Wirkt auflockernd und tut dem Album an dieser Stelle sehr gut.

Das was man in der zweiten Hälfte zu hören bekommt, unterscheidet sich nicht wesentlich von dem was man in den ersten sechs Songs zuvor schon gehört hat. Wiederum sind es die Gitarrenriffs, die punkten können. „Invictus“ und „To The End“ lassen jeden Hobby-Gitarristen nach Luft ringen. Der Anfang von „Cheated“ klingt wie „Fucking Hostile“ von Pantera. Der Song geht straight nach vorne, während in „Visitation“ das Pedal für die Bassdrum nochmals herhalten muss. Leider findet man solche Geschwindigkeitsausbrüche auf dem Album eher selten. Dazwischen taumelt noch ein Song namens „Terminally Unique“, der ein zweites Mal beweist, dass die Stimmbänder von Sänger Randy Blythe auch Melodie erzeugen können. Bis auf wenige Ausnahmen vermisst man melodische Gesangselemente größtenteils und sucht vergeblich nach Variationen im Gesang. Das was die Stimme von Randy Blythe ausmacht sind die langgezogenen Screams und seine Growl-Versuche, die auf Dauer nervig sein können. Den Schluss hat man „King Me“ überlassen und will ganz und gar nicht ins Gesamtbild des Albums passen. Synthesizer/Symphonie-Samples zerstören das monotone Klangbild, das „Lamb Of God“ so mühsam versucht hat über 57 Minuten zu bewahren. Leider verunglückt der Versuch mit Symphonie-Samples zu experimentieren. Schade. Denn Abwechslung hätte „Resolution“ etwas nährbarer gemacht.

„Resolution“ ist ein Wechselbad zwischen Doublebass-Attacken und groovendem Mid-Tempo-Gestampfe. Die Gesangsleistung beschränkt sich auf pures Herumschreien und vereinzelte melodische Einlagen. Was positiv hervorzuheben ist, sind die Riffs der beiden Gitarristen, wobei nicht alle Songs davon profitieren. Viele der Songs ähneln sich in ihrer Struktur, weshalb das Werk über eine Spiellänge von fast einer Stunde ermüdend wirkt. „Lamb Of God“ hat mit diesem Album sicherlich einige ihrer besten Songs abgeliefert, die sich aber im Gesamtbild als immer wiederkehrende und wiederverwertete Ideen herausstellen. Für den klassischen Kopfnicker sicherlich ein Traum, für einen variationsfreudigen Metal-Hörer eine verdammt anstrengende Angelegenheit.

Tracklist:
01. Straight for the Sun
02. Desolation
03. Ghost Walking
04. Guilty
05. The Undertow
06. The Number Six
07. Barbarosa
08. Invictus
09. Cheated
10. Insurrection
11. Terminally Unique
12. To The End
13. Visitation
14. King Me

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4 Antworten

  1. musicmatze

    Lamb of God fand ich schon immer gut! Ich werd unbedingt mal reinhören!

    17. Februar 2012 um 16:38

    • „Resolution“ ist ein ordentliches Metal Album. Meiner Meinung nach ist „Lamb Of God“ aber generell zu monoton. Die Band hat zu wenig Bewegungsfreiheiten bei dem was sie macht und oftmals wird es nach ein paar Songs langweilig, weil sie sich wiederholt. Mach dir aber selbst ein Bild. Bei „Lamb Of God“ scheiden sich die Geister.

      17. Februar 2012 um 17:42

  2. Pingback: Lamb Of God: Sänger Randy Blythe wegen Körperverletzung mit Todesfolge verhaftet « 24hourhate

  3. Pingback: Lamb of God: Neuer Song “Erase This” im Stream | 24hourhate

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