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Machine Head – Unto The Locust

Dieses Mal war es verhältnismäßig ruhig im Vorfeld um das neue „Machine Head“ Album. Zumindest spuckte Robb Flynn Monate vor der Veröffentlichung des Albums keine großen Töne wie es bei „The Blackening“ der Fall war. Lediglich die Songs sollten auf „Unto The Locust“ wieder kompakter sein und keine 8 – 10 min andauern. Damit hätte Herr Flynn sein einziges Ziel, das er im voraus verriet, verfehlt. „Unto The Locust“ beinhaltet 7 Songs mit einer durchschnittlichen Spiellänge von je 7 min. Es kommt eben immer anders als man denkt. Die Oakländer rechneten auch bestimmt nicht damit, dass sie sich mit ihrem letzten Release „The Blackening“ in den Geschichtsbüchern des Metals verewigen würden. Die Messlatte für „Unto The Locust“ scheint deshalb unübertrefflich.

Machine Head - Unto The Locust

Robb Flynn eröffnet „Unto The Locust“ mit einem A-cappela-Gesang in Latein bevor er ins Englische übergeht und sich mit schleppend schweren Gitarren langsam zum „Machine Head“ typischen modernen Thrash-Metal hinarbeitet. Bei dem ersten Song „I Am Hell“ tobt die Schlacht nach 2.40min um die legitime Nachfolgeschaft des Thrash-Metal-Thrones von Metallica. Robb drückt die Töne weit nach oben und klingt deshalb an manchen Stellen gewollt schief. In „Be Still And Know“ werden erste Gesangsparts zum Mitsingen mitgeliefert. Ansonsten siedelt sich der Song zum größten Teil im Mid-Tempo Bereich an, wobei kurze schnelle Passagen immer wieder folgen. Bis auf die emotionale Gesangeinlagen ein eher mittelmäßiger „Machine Head“ Song. Mit dem Erklingen des ersten Tones von „Locust“ höre ich jetzt schon Fans in Hallen jubeln, denn das Intro zu diesem Song ist unverkennbar genial. Ein weiterer Track, der verdammt heavy ist und zum Bangen einlädt. Spätestens wenn Sänger Robb Flynn im Refrain anfängt zu singen ist klar: Wir haben es mit einer neuen Schlachthymne zu tun. Hiervon kann man gar nicht genug bekommen.

„Machine Head“ drückt in dem Thrash-Song „This Is The End“ nochmals ordentlich auf die Tube. Speziell bei diesem Song wird an vielen Stellen bewusst wie sehr Robb seinen Gesang verändert hat. Noch nie von der Bay-Area-Thrash Göttern zuvor gehörte Klänge bekommt man dann in „Darkness Within“ serviert. Eine Akustikgitarre und eine aufbrausender Gesangseinlage. Parallelen zu „Descend The Shades Of Night“ sind unangebracht, denn hier wird anhand von anfänglichem Sprechgesang, der im Vordergrund steht und eine nie zu enden scheinende Dramatik ein Spannungsbogen erzeugt, der später in heftigem Köpfe schütteln endet. Danach dürfen sich alle Bay-Area-Thrasher nochmals in den Mosh-Pit werfen. „Pearls Before The Swine“ bietet einige Gelegenheiten dazu. Ansonsten HEADBANG MOTHERFUCKER. Eine Atempause gibt es hier nur bedingt. Das dicke Osterei mit einer fetten Überraschung hat die Band ganz am Ende von „Unto the Locust“ platziert. „Who We Are“ wird von einem Kinderchor, begleitend von einer antreibenden Snar Drum, eingeleitet. Bei diesem Song wird sich auch der Fan in der letzten Reihe seine Seele aus dem Leib schreien. Nachdem die Band mit den letzten zwei Songs nochmals ordentlich Gas gibt, ist nach 49 min leider schon Schluss. Ein Song mehr hätte es sein dürfen, denn die 7 Songs mit einer Gesamtspielzeit von weniger als einer Stunde sind für den Nachfolger von „The Blackening“ nicht befriedigend.

Mit „Unto The Locust“ gelingt es „Machine Head“ seine Fans mit neuen Elementen zu überraschen und liefert ein weiteres vielseitiges progressives Album ab, das das Zeug hat zum Klassiker zu werden. Die Band schaltet in Sachen Geschwindigkeit einen Gang zurück und schafft somit Platz für neue Pfade. Robb Flynn glänzt mit ungewohntem melodischem/melancholischem Gesang, während die beiden Gitarristen Phil Demmel und Robb Flynn wie auf den beiden vorherigen Alben ein Traumpaar abgeben.

Fazit: „Unto The Locust“ nimmt es locker mit den beiden Vorgängern auf, wobei letztendlich jeder selbst entscheiden muss welches dieser Alben der persönlicher Favorit sein soll.

Tracklist:
01. I Am Hell (Sonata In C#)
I) Sangre Sani
II) I Am Hell
III) Ashes To The Sky
02. Be Still And Know
03. Locust
04. This Is The End
05. Darkness Within
06. Pearls Before The Swine
07. Who We Are

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