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The Devil Wears Prada – Dead Throne

Vor Kurzem noch mit den britischen Durchstartern „Architects“ und „Bring Me The Horizon“ auf Tour gewesen und schon halten wir den dritten Longplayer von „The Devil Wears Prada“ in den Händen. Mittlerweile haben es die sechs Jungs aus Dayton Ohio zum Majorlabel Roadrunner Records (Europa) geschafft und sind somit ein weiterer heißer Anwärter des Metalcore-/Deathcore-Thrones. Ausgerechnet das neue Album „Dead Throne“ soll es nun richten.

„Dead Throne“ beginnt etwas düster mit dem Titelsong bevor Mike mit seinem Gekrächze einfällt. Der Song wirkt nicht nur sehr düster, sondern enthält teilweise ein Industrial anlehnendes Drummgewitter, das man bis dato von dieser Band noch nicht gehört hat. „Unitdaled“ geht dagegen typischer zu Werke. Ein schneller und aggressiver Beginn, der später von einem shoutenden Chorus und cleanem Gesang aufgelockert wird. Ein Song wie man ihn eher von „The Devil Wears Prada“ erwarten konnte. Dabei wird einem schon viel wärmer ums Herz, denn der Wechsel zwischen schnellen aggressiven Gitarrenriffs zu cleanem Gesang und melodischen Gitarren kann nicht besser von Statten gehen. Das Taktgefühl der Band beweist „Mammoth“, denn der Song groovt, wenn auch nur zu einem geringen Teil. Doublebass und böse/fiese Shouts gepaart mit viel cleanem Gesang bestimmen auch „Vengeance“. Ohne Atempause geht es dann auch schon weiter mit fetten Gitarrenriffs und weiteren unaufdringlichen Sampels, die „R.I.T“ eine weitere dunkle Seite verleihen. Nach den ersten fünf Songs merkt man der Band schon an, dass bei „Dead Throne“ weitaus vielseitiger zu Werke gegangen wurde und man keineswegs auf Nummer sicher gehen wollte.

„My Questions“ ertönt mit einer leichten himmlischen Gitarrenmelodie, die perfekter nicht zu den stakkato-artigen Drumms passen könnte. Bei „Kansas“ wird zu Anfang nochmals einen Gang heruntergeschalten und nach einer Minute hymnenartig weitergezaubert, sodass nach 3,5 Minuten eine Klaviermelodie diesem Epos ein Ende setzt. Dann erklingt auch die Vorab-Single „Born To Lose“. Ein grandioser Song, bei dem endlich ein paar wenige Sampels erklingen und auch wieder cleaner Gesang zum Mitsingen enlädt. Nach zwei ruhigen Nummern ist „Born To Lose“ auch definitiv richtig auf dem Album platziert. Ein wahrer Energieschub. Wie zu erwarten peitscht „Forever Decay“ die Meute nochmals ordentlich durch und geht richtig nach vorne. Weitaus ruhiger wird der Song „Chicago“ zelebriert, der den Spagat zwischen Ballade und emotionalem Geschrei schaffen will, aber irgendwie nicht ganz kann. „Constance“ ist bestimmt kein schlechter Song, doch auch kein Song, der von „Dead Throne“ gleich im Gedächtnis bleibt. Da hilft auch die Gesangseinlage von Tim Lambesis von „As I Lay Dying“ nichts. „Pretenders“ kann dagegen wieder mit schönen Gitarrenriffs, einer unverkennbaren gesungenen Melodie und Effekten überraschen. Sogar zum Schluss servieren „The Devil Wears Prada“ einen hitverdächtigen Song, der nochmals zeigt, was „Dead Throne“ alles zu bieten hat. Eine fiese Stimme von Sänger Mike, der in Höchstform seine Shouts abgibt, während cleane Vocals den Weg meistens sofort ins Ohr des Hörers schaffen und ein Drummer, der eine abwechslungsreiche Arbeit und eine konstant gute Leistung übers Album hinweg abliefert, sowie zwei Gitarristen, die sich bei diesem Album mit Riffs batteln und sich gegenseitig wie ein Ehepaar beim Feiern der Golden Hochzeit ergänzen.

„Dead Throne“ ist ein äußerst abwechslungsreiches und zu einem großen Teil unerwartetes Album geworden. Wer nach Breakdown und vielen Sampels sucht, sucht vergebens. Die jungen Herren von „The Devil Wears Prada“ zeigen mit einem typischem Mix aus Geschrei und gesungenen Parts, dass sie ihre Identität beibehalten haben, ihren Schwerpunkt aber deutlich auf die Gitarrenarbeit gelegt haben und die Drumms vielschichtiger ohne dumpfes Breakdown Gestampfe wirken ließen. Die Sampels sind nicht mehr im Vordergrund und verleihen den Songs höchstens eine begleitende düstere Atmosphäre. Bei 13 Tracks hätte man den einen oder anderen Song weglassen können. Ansonsten ist „Dead Throne“ ein verdammt harter Brocken, der mit den vorherigen Veröffentlichungen definitiv mithalten kann und vorallem ein Album darstellt, das auch noch in langer Zukunft gehört werden kann.

Das Album kann weiterhin in voller Länge hier gestreamt werden.

Tracklist:
01. Dead Throne
02. Untidaled
03. Mammoth
04. Vengeance
05. R.I.T
06. My Questions
07. Kansas
08. Born To Lose
09. Forever Decay
10. Chicago
11. Constance
12. Pretenders
13. Holdfast

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