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Chimaira – The Age Of Hell

Nach der Wiedergeburt („Resurrection“) kam die Missgeburt („The Infection“). Zumindest hatte das Material von „The Infection“ nicht mehr viel mit dem zu tun was die Jungs von Chimaira am Anfang ihrer Karriere produzierten. Chimaira hatte an Brutalität und Schnelligkeit eingebüßt und wollte andere Wege bestreiten. Resultat: Viele Fans griffen lieber nochmals nach den alten Platten um die tatsächliche Energie dieser Cleveland Ohio Band nochmals zu spüren. Chimaira anno 2011. Chris Spicuzza (Elektronik) wirft das Handtuch, weil ihn das Musikbusiness derart ankotzt. Jim LaMarca (Bass) will sich auf Anderes in seinem Leben konzentrieren und Schlagzeuger Andols Herrick steigt zum zweiten Mal in der Bandgeschichte Chimaira´s aus. Die Hälfte der Band ist raus. Rob Arnold hat sich nebenbei noch bei „Six Feet Under“ verpflichtet. Doch Chimaira macht weiter. Und zwar mit Mitgliedern von „Daath“ und „Bleed the Sky“. Ob die Band sich selbst noch ernst genug nimmt soll das neue Album zeigen. „The Age of Hell“ gilt als Prüfung und als weiterer Wegweiser in der Geschichte der Band.


Der Titeltrack „The Age of Hell“ beginnt relativ flott, entpuppt sich aber als sehr monotoner Song mit simplen Gitarrenriffs und stumpfen Lyrics. Außerdem erinnert das Gitarrensolo irgendwie an das Solo von „Nothing Remains“. „Clockwork“ wartet mit (untypisch) vielen gesungenen Parts auf sich, entfacht dennoch seine Chimaira Atmosphäre zumal der Song auch einen sehr ruhigen Part beinhaltet. Doch bei „Losing in Mind“ verlieren sich die Jungs in stupidem Herumgestampfe. Ab und zu ertönen dann auch Samples (in „Time is Running Out“, „The Year of the Snake“), die ansonsten relativ wenig zu den Songs beisteuern. Dann dröhnt nun endlich „The Year of the Snake“ in das Ohr. Im Vorfeld konnte man sich an diesem Song erfreuen. Denn er verbindet die alte Brutalität mit der neuen düsteren Grundstimmung Chimairas. Sicherlich einer der besten Songs auf dem Album, doch irgendwie haben wir das alles schon ein paar Mal besser gehört. Danach fallen wir plötzlich wieder in ein neu geschaufeltes „Höllenloch“ („Beyond the Grave“) von Chimaira in dem Mark Hunter sich mit cleanen Vocals versucht. Düster, schleppend und der Song kommt keineswegs auf einen Höhepunkt. Danach geht es wieder schnell und kompromisslos zur Sache. Vielleicht hätte man das Album „Tour de Hell“ nennen sollen um die ständigen Tempowechsel, Talfahrten und Bergetappen auch im Albumtitel unterzubringen. „Born in Blood“ klingt sehr vertraut. Ein Part des Songs erinnert an „Pleasure in Pain“, nur dass dieser auf „Resurrection“ um einiges besser zur Geltung kam. Oben am Berg noch nicht angekommen, geht es schon wieder ins Tal hinunter. „Powerless“ ist genauso energielos wie es der Titel verspricht. Das Einzige das bei diesem Song im Gedächtnis bleibt ist der immer wiederholende „Powerless“ Gesang. „Trigger Finger“ und „Scapegoat“ versuchen dann mit Rhythmus zu punkten, schaffen aber auch das nicht wirklich. Marc Hunter bemüht sich den Songs einen Reiz zu verleihen um sie hörenswert zu machen. Die beiden Gitarren können es definitiv nicht und auch Marc Hunter hat mit seiner Stimme keine Chance bei dieser Einöde seine Bandkollegen den Berg hinaufzuziehen. „Samsara“ bildet den offiziellen Abschluss dieser „Höllentour/Höllentortur“. Ein instrumenaler Song, der wie der Großteil des Albums langweilt. Die Bonus Tracks der Deluxe-Edition reihen sich in das Album ein und bieten keine Überraschung.

Chimaira hat sich in die Unterwelten der Hölle begeben und irrt im Dunkeln umher. „The Age of Hell“ führt „The Infection“ zum größten Teil weiter, obwohl das neue Album teilweise versucht alte Brutalität zurückzugewinnen. Marc Hunter´s Stimme ist nach wie vor eine der herausragendsten Stimmen des Modern Metal und er macht seine Sache verdammt gut (ohne dabei näher auf die Texte einzugehen). Gitarren, Schlagzeug und Samples schaffen es meistens nicht längerfristig ins Gehör. Wenn man so eine Platte veröffentlicht, dann sollte dieser Stil entweder verdammt gut zu einer Band passen oder man sollte wenigstens in Punkto Rhythmus seine Hörerschaft überzeugen können. Chimaira tut das nicht. Der Line-Up Wechsel hat nichts verändert. Die sechs Jungs wollen den Berg hinauf, dann geht ihnen die Puste aus und sie nehmen den selben Weg wieder hinunter ins Tal. Macht vielleicht Spaß, ist aber auf Dauer langweilig.

Tracklist:
01. The Age Of Hell
02. Clockwork
03. Losing My Mind
04. Time Is Running Out
05. Year Of The Snake
06. Beyond The Grave
07. Born In Blood
08. Stoma
09. Powerless
10. Trigger Finger
11. Scapegoat
12. Samsara
13. Scum Of The Earth (Bonus Track)
14. Your Days Are Numbered (Bonus Track)
15. Wild Thing (Bonus Track)

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