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Noise Of Minority – If You Don´t Wanna Change, You Don´t Have To

„Noise Of Minority“ ist wohl jedem ein Begriff, der sich im Süden Deutschlands beheimatet fühlt und sich gerne Metalcore mit Hardcore-Attitüde zu Gemüte führt. 2008 schmetterten die fünft Jungs auf ihrem Debütalbum „You Reap What We Sow“ noch mit ungeschliffenen Ziegelsteinen straight in die Fensterscheibe. Ein gutes halbes Jahr später folgte die „White Purple Thrash“ EP, die mit fünft Knallern und einer weitaus besseren Produktion nicht mehr so rau klang und eine Band präsentierte, die sich mit ihren Fans ganz besonders verbunden fühlt und mit ihren Texten etwas zu sagen hat.

Schlagzeug, Bass und Gitarre umbesetzt. Wir sind im Jahre 2011 angelangt. Ein weiterer „Noise Of Minority“ Output lässt auf sich warten. Doch dieses Mal wurde der Silberling ganz unabhängig produziert und in eigener Sache vertrieben. „If You Don´t Wanna Change, You Don´t Have To“ lautet der Name des neuen Albums und beinhaltet zehn Songs in typischem „NoM-„Gewand.


Der Opener zeigt auch gleich wo der Hammer hängt. Song Nummer eins lautet wie der Albumtitel und es wird sofot deutlich, dass die Platte mit einer straighten und fetten Produktion auftrumpht und zugleich ein „NoM“ Statement abliefert wie man es von dieser Band erwarten konnte. „If You Don´t Wanna Change, You Don´t Have To“. Ein Song in gewohnter „NoM“ Manier, der Laune aufkommen lässt, da er Breakdowns, Parts zum Mitsingen und eine verdammt weiche Gitarrenmelodie am Ende gekonnt zusammenfügt. „I´ll See You At Sunset“ dauert zwar nur 2:36 min., bringt aber einige Ideen unter ohne dabei zu komplex zu klingen. Verdammt coole Gitarrenriffs und ein Schlagzeuger, der keine Drumsticks in den Händen hält, sondern seinen Kollegen mit einer Peitsche ordentlich Dampf unterm Hintern macht. Der Wechsel zwischen melodischen Parts und schwerfälligen Gitarrenriffst ist beeindruckend. Ein verdammt straighter und kompakter Song.

Jetzt wollte ich schon sagen, dass bei dieser Platte auf Pig-Squeals ganz und gar verzichtet wurde. Doch „All Good Things Come To An End“ belehrt den Hörer eines besseren. Ein kurzer Squeal und dann hat es auch schon wieder ausgegrunzt. Insgesamt hält sich die Frontsau zurück und setzt die Squeals dezenter und überlegter ein. Ein weiterer Song der größtenteils nur eine Richtung kennt, gegen Ende sich aber dann etwas zu sehr in Gitarrensolos verstrickt. (Sorry, ich finde Gitarrensolos meistens unnötig). Nächster Song, klirrende Gläser und ein spaßiges Gegröle leiten dieses melodische Liedchen ein. Und ja. Bei „The Bendover And Grabshoulder“ kann mitgesungen werden. Ein Song für die hartarbeitende Unterschicht. Perfekt um am Wochenende bei einer Party unter Freunden Energie für die neue Woche zu tanken. Cleaner Gesang gibt es auch auf dem diesem „NoM“ Album. „I Am Right Here“ beihaltet ein paar gesungene Zeilen und erhebt die Faust in Richtung Himmel. Auch wenn es einem schlecht geht. Nicht aufgeben. „Noise Of Minority“ is right here. „My Farwell“ bringt auch wieder ein bisschen mehr Abwechslung ins Geschehen. Die Gitarrenarbeit ist vorzüglich. Man könnte aus den zwei Gitarrenspuren eine Endlosschleife basteln. Ein Breakdown Part lockert das Ganze für kurze Zeit etwas auf bevor wir wieder zur Endloschleife angelangen. Insgesamt hat die Platte einige Death-Metal Anleihen und spätestens bei „Sorry Darling, I Have To Break Up“ wird dies jedem bewusst. Sanchez von „The Carriage“ wurde ins Studio eingeladen um ein paar Shouts beizusteuern. Ein melodischer moderner Death-Metal Song, der sich in „NoM“ Art super ins Album einfügt. Bei „Weight Of Regrets“ wird in Richtung Hardcore umgeschwunken und es gibt wiederum ein paar Passagen mit cleanem Gesang. Und verdammt Recht haben sie: „Stop Living Now, Under This Weight of Regrets“.

Sehr gefühlvoll geht es noch bei „The Beauty And The Beast“ zur Sache. Zerschmetterte Herzen sind dennoch kein Auslöser das Feuerzeug zu zücken. Der Song ist mehr Beast als Beauty und behandelt die traurige Verabschiedung von einem äußerlich schönen, aber falschem, nicht anhaltenden Liebesglück. Damit haben sich „NoM“ aber noch nicht von ihren Fans verabschiedet. Der letzte Track ruft noch einmal auf zum Moschen und zu einer nachdenklicheren und nachhaltigeren Lebensweise, denn „Heaven Ain´t Close In A Place Like This“.

Wer sich beim Debütalbum noch an der Produktion des Gesangs gestört hat, kann sich freuen. Denn die Stimme von Frontsau Chris kommt dieses Mal weitaus besser zur Geltung und wirkt viel authentischer. Auch wenn sich 2 oder 3 Songs etwas ähneln kann die Band sehr stolz auf ihre neue Platte sein. Die Produktion der Scheibe ist genauso beeindruckend wie fast alle der zehn Songs auf einer kompakten Spiellänge von 36 Minuten. Doch nicht nur das musikalische Können haben die fünf Jungs mit „If You Don´t Wanna Change, You Don´t Have To“ unter Beweis gestellt, auch den Texten von Sänger Chris sollte man Beachtung schenken. Authentisch, positiv und aufbauend. Das ist „Noise Of Minority“. Macht weiter so. Auf die Bühne. Fertig. Los.

Tracklist:

1. If You Don´t Wanna Change, You Don´t Have To

2. I´ll See You At Sunset

3. All Good Things Come To An End

4. The Bendover And Grabshoulder

5. I Am Right Here

6. My Farwell

7. Sorry Darling, I Have To Break Up (feat. Sanchez/The Carriage)

8. Weight Of Regrets

9. The Beauty And The Beast

10. Heaven Ain´t Close In A Place Like This

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