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Biffy Clyro – Revolutions // Live At Wembley

Da haben sich die Jungs von Biffy Clyro einiges vorgenommen als sie am 04. Dezember 2010 in der Wembley Arena vor vollem Haus gespielt haben. Das Resultat können sich nun Fans auf DVD und CD zu Hause bequem auf der Coach reinziehen. Nach fünf Studioalben und 15 Jahren Bandkarriere ist ein solcher Release auch mehr als legitim und längst überfällig.

Das Herz der DVD ist selbstverständlich das 90 minütige Konzert in der Wembley Arena. Hier tritt eine erfahrene Band auf, die mit ihren ersten Songs „The Captain“ und „Booooom, Blast & Ruin“ ordentlich Gas gibt bevor sie zu poppigen und ruhigen Nummern übergeht. Es ist beeindruckend wie die dreiköpfige Band (+ einen Live-Gitarristen) auf einer riesigen Bühne für zig tausend Fans Krach macht und im nächsten Augenblick wieder mit ruhigen Nummern wie „God & Satan“, „Folding Stars“ und „Many of Horror“ seine Fans zum Mitsingen und Mitfühlen bewegt.

Für die Setlist wurden hauptsächlich die Songs von den letzten zwei Alben „Puzzle“ und „Only Revolutions“ in die Auswahl genommen. Bestimmt kein Fehler bei den beiden Brillanten. Dennoch wird der Konzertgenuss von verzögerten Kameraaufnahmen (Zeitlupenaufnahmen) getrübt. Keine Ahnung wer diese Idee hatte diese übertrieben Menge an verzögerten Aufnahmen einzublenden. Es kommt einfach keine authentische Live-Atmosphäre auf, wenn man Bilder auf dem Fernseher betrachtet, die nichts mit der Echtzeit des Konzertes zu tun haben. Vielleicht wollten die Produzenten der DVD den Fokus auf die nackten Oberkörper der drei Schotten legen um sie besonders in Szene zu setzen. Da kann man auch ein Live-Album anhören und sich nebenbei Bilder bei Flickr anschauen.

Sei es drum. „That Golden Rule“ rockt tierisch die Arena und mir geht einer ab. Denn es geht nochmals ordentlich zur Sache. „Living is a Problem Because Everything Dies“ folgt. Biffy Clyro Fans sind von Anfang dabei und singen jeden gottverdammten Song mit ihrem Herzen mit. Das hört man und es macht verdammt viel Spaß einer Band zuzuhören, die spielen und singen kann. Während Sänger und Gitarrist Simon Neil „Machines“ performt, kreisen plötzlich Glühbirnen rund um ihn herum. Nette Idee einen Hübschling noch besser aussehen zu lassen. Ansonsten werden Effekte bei der Bühnenshow eher dezent eingesetzt. Lichteffekte kommen zum Einsatz, ein paar Einblendungen auf der Leinwand und das war es auch schon.  Biffy Clyro sind bestimmt keine Band die große Special-Effects nötig hat. Am Ende des Konzertes gibt es trotzdem einen Konfettiregen in bunten Farben.

Die DVD hat noch zusätzliches Material vom schottischen „T in the Park“ Festival sowie Backstage Aufnahmen. Auch hier sind tausende Fans am Start. Doch dieses Mal ohne Zeitlupen-Körpernahaufname. Irgendwie macht es mehr Spaß der Band hier zuzuschauen. Die Distanz zwischen Publikum und Band ist nicht so groß wie in der Wembley Arena und irgendwie steht es einer Band wie Biffy Clyro besser, wenn sie nahe am Publikum spielt.

Nach dem 90 minütigen Wembley-Konzert hat man eher Lust Biffy Clyro auf einem Festival oder in einem heißen, kleinen verrauchten Club zu sehen, als diese Band in einer riesigen Halle mit Fernglas zu betrachten. Deshalb wird wohl das Konzertmaterial vom „T in the Park“ Festival öfters im Player laufen als das Wembley Konzert. Die CD kann dagegen kann endlos im Player rotieren. Ein Hit nach dem anderen und Fans, die zu den Songs singen als hätten sie sie alle selber geschrieben. „Mon the Biffy“

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