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News und Reviews aus Alternative, Punk, Hardcore und Metal

Sonisphere Festival 2011 in Tschechien (Prag)

Das Sonisphere hielt schon in den letzten Jahren Einzug in die tschechische Republik und kam auch am 11. Juni 2011 wieder nach Tschechien. Dieses Mal wurde der Austragungsort kurzfristig von Milovice nach Prag verlegt, sodass es  im Vorfeld für einige Verwirrung sorgte.

Im Vorverkauf konnte man sich zwischen einem Ticket für den Golden Circle (ca. 85 Euro,- Euro) und dem normalen Ticket (ca. 42,- Euro) entscheiden. Die Mehrheit des Publikums entschied sich für das normale Ticket. Bei einem Line-Up mit Iron Maiden, Korn, In Flames, Mastodon, Cavalera Conspiracy, Kreator und Misfits sind die 42,- Euro mehr als nur ein vernünftiger Preis.

Sonisphere Line-Up 2011

Am Festivalgelände angekommen, Misfits verpasst und von einer riesigen Schar Metalheads empfangen. Aufder Bühne raucht und qualmt es was das Zeug hält. Kreator stehen auf der Bühne und machen meinen Festivaleinstieg um 14.30 Uhr sehr angenehm. Die Bühne ist mit einem Banner geschmückt wie er fieser nicht sein könnte. Mille und seine Kumpanen thrashen was das Zeug hält und versuchen schon am frühen Vormittag das Publikum zu animieren. Der vordere Bereich (Golden Cricle) ist nicht gefüllt und Kreator tut sich schwer mit den Fans zu interagieren. Trotzdem liefert Kreator eine super Show ab und heizte mit Songs wie „Hords of Chaos“ und „Violent Revolution“ der Meute ein und macht zu Beginn klar, dass mit dem diesjährigen Line-Up des Festivals nicht zu spaßen ist.

Kreator live auf dem Sonisphere in Prag          Kreator live auf dem Sonisphere in Prag          Stage auf dem Sonisphere in Prag

Danach sollte es nach einer kurzen Umbauphase mit den Cavalera Brüdern weitergehen. Doch irgendwie tauchen Cavalera Conspiracy lange Zeit nicht auf und das Publikum wird ungeduldig. Mit gefühlter 15 minütiger Verspätung tritt nun endlich Igor Cavalera hinter seine Drums bevor die ganze Conspiracy auf der Bühne steht und Songs aus den letzten weit Cavalera Conspiracy Alben zum Besten gibt sowie einen Sepultura Song. Max scheint alt geworden zu sein und dementsprechend sieht seine Performance auf der Bühne aus. Deswegen legen sich Gitarrist Marc Rizzo und Bassist Johnny Chow umso mehr ins Zeug. „Inflikted“, „Sanctuary“ und neues Material vom „Blunt Force Trauma“ Album wirken energisch und lassen Moshpits (hinter dem Golden Circle) starten. Die Show endet mit dem Sepultura Klassiker „Refuse/Resist“ und irgendwie ist eine 30 minütige Show von der Thrash-Metal-Combo nicht befriedigend, wenn man als großer Cavalera Fan extra angereist ist und mit einer dreiviertel Stunde gerechnet hat. Doch es sollen noch weitere hochkarätige Bands an diesem Tage spielen.

Cavalera Conspiracy live auf dem Sonisphere in Prag         Cavalera Conspiracy live auf dem Sonisphere in Prag         Cavalera Conspiracy live auf dem Sonisphere in Prag

Als Nächstes stehen Mastodon mit einem ungewöhnlichen weißen Banner und neuem Schriftzug auf der Bühne. Doch diese Band wäre nicht Mastodon, wenn sie nicht ihre Fans überraschen könnte und ihre Shows außergewöhnlich gestalten würden. Mastodon ist wohl eine der besten Bands des Festivals, die in Europa noch nicht den nötigen Respekt für ihre Großtaten „Blood Mountain“ und „Crack the Skye“ bekommen haben. Ungewöhnlicher Weise beginnen Mastodon mit neuen Songs vom kommenden Album „The Hunter“, die niemand kennt, aber trotzdem mit ihrer progressiven Vielfalt ihres typischen Mastodon Sounds punkten können. An dieser Stelle muss trotzdem gesagt werden, dass keiner der brillianten Musiker singen kann. Sie zaubern auf der Bühne mit ihren Gitarren, Bass und Drums, treffen dabei aber keinen Ton, wenn sie sich hinters Mikrophon stellen. Doch musikalisch gesehen gibt es einfach nichts auszusetzen. Des Weiteren scheint es als ob der Großteil des Publikums noch nie von Mastodon gehört hat oder es interessiert die Die-Hard Iron Maiden-Fans einfach nicht. Auch hier ist der Bereich vor der Bühne nur mit wenigen schaulustigen und trägen Metalheads gefüllt, so dass ich mir spätestens jetzt die Frage stelle, ob es denn nicht im Interesse des Festivals sein sollte eine gute Atmosphäre für Bands und Fans zu schaffen und auf eine Zweiklassenpolitik zu verzichten. Wie kann es denn sein, dass vor dem Mischpult mehr gebangt und gemoscht wird als direkt vor der Bühne!!!

Mastodon live auf dem Sonisphere in Prag          Mastodon live auf dem Sonisphere in Prag         Mastodon live at Sonisphere Prag Holesovice

In Flames, die in letzter Zeit mit Band internen Problemen zu kämpfen hatten und mit Niclas Engelin einen Ersatz für Jesper Strömblad an der Gitarre gefunden haben, sorgen im Vorfeld für verschiedene Erwartungshorizonte, zumal die Single „Deliver Me“ und das vorherige Album „A Sense of Purpose“ von einigen Fans nicht unbedingt positiv aufgenommen wurde. Das Bühnenbild steht und macht Lust auf mehr. Anders Friden, der mittlerweile seine Haare abgeschnitten hat und eine Baseball-Cap stattdessen trägt, steht auf der Bühne mit seiner Band und in Flames glänzt mit alter Frische. Daniel Svensson sitzt an diesem Tage nicht hinter dem Drums, sondern in Schweden bei seinem neuen Familienglück (seinem neugeborenem Kind). Auch ohne original Drummer macht es noch im Jahre 2011 Spaß diesen melodischen Götheborgern zuzuhören. Wie erwartet beinhaltet die Setlist hauptsächlich Songs von den neueren Alben (seit „Reroute to Remain“ bis heute). Nichtsdestotrotz wird auf einen Klassiker wie „Only for the Weak“ nicht verzichtet und auch ein Songs wie „Deliver Me“ kommt live viel druckvoller und energischer beim Hörer an. In Flames klingen immer noch nach In Flames und nach dieser super Performance sind auch Kritiker gespannt auf das neue Album.

In Flames live auf dem Sonisphere in Prag         In Flames live auf dem Sonisphere in Prag         Stage auf dem Sonisphere in Prag

Nachdem In Flames eine super Live-Show ablieferten treten die US-Metaller Korn auf die Bühne. Zugegebenermaßen haben viele Korn aus den Augen verloren seitdem sie ihren Musikstil drastisch geändert haben und Fans der ersten Stunde nicht mehr wirklich befriedigen konnten. So kommt es, dass zwar lange vor Beginn des Konzertes ein dichtes Gedränge herrscht, aber während des Auftritts nur alte Songs gut angekommen. „Freak on a Leash“, „Blind“ und „Got the Life“ sind eben Klassiker und darauf fahren nun mal alle ab. Sobald Songs der letzten beiden Alben gezockt werden, kann man nur noch mit dem Kopf schütteln. Sicherlich hatten viele Festivalbesucher ihren Spaß, doch das Konzert wäre auch vollkommen ohne neue Songs ausgekommen. Vielleicht hätte man auch die Nu Metaller etwas früher im Programm platzieren sollen, denn jetzt kommt Iron Maiden auf die Bühne.

Korn Stage auf dem Sonisphere in Prag           Korn live auf dem Sonisphere in Prag

Den ganzen Tag haben sie gewartet, manche sind erst sehr viel später zum Festivalgelände gekommen. Iron Maiden-Fans sind an diesem Tage erwartungsgemäß deutlich in der Überzahl. Junge und alte Anhänger der eisernen Jungfrau haben sich in schwarzen Iron Maiden Shirts eingekleidet und schon den ganzen Tag über konnte man schwenkende Iron Maiden Flaggen bewundern. Um kurz nach 21 Uhr ist es dann soweit. Iron Maiden enthüllen ihre Bühne und los geht es. Eine zweistündige Show mit unzählig wechselnden Bühnenbildern, einen Bruce Dickinson, der nicht alt zu werden scheint und eine treue und enthusiastische Fangemeinde machen das Konzert zu einem Karaokewettbewerb. Wer singt besser, lauter und kann seinen Körper und Kopf dazu bewegen. Die eiserne Jungfrau ist nicht tot zu bekommen, auch nicht nach 30 Jahren. Selbst „Fear of the Dark“ und „The Number of the Beast“ klingen immer noch so, als ob Bruce sie auf der ersten Tour singen würde. Natürlich spielen Bruce und Co. einige Songs vom aktuellen Album „The Final Frontier“ und die eingefleischten Iron Maiden-Fans sind auch hier textsicher. Das Maskottchen Eddie stolziert gegen Ende über die Bühne, bevor ein riesiger Eddie Oberkörper nochmal das Herz eines jeden Iron Maiden-Fans höher schlagen lässt. Am Ende sind alle, aber wirklich alle zufrieden und können die unglaubliche Show kaum fassen.

Iron Maiden live auf dem Sonisphere in Prag        Iron Maiden live auf dem Sonisphere in Prag        Iron Maiden live auf dem Sonisphere in Prag

Das Sonisphere in Prag endet um 23.30 Uhr und die Menschenmassen machen sich auf den Weg nach Hause. Bei diesem Line-Up und den Preisen kann keiner meckern, zumal auch die Essenspreise und Getränkepreise ein Traum für Festivalverhältnisse sind. Gutes tschechisches Bier für etwas mehr als einen Euro und Essen gibt es auch schon unter drei Euro. Einzig und allein die Spaltung des Publikums in zwei Klassen hinterlässt einen Beigeschmack und das hauptsächlich nur, weil tagsüber vor der Bühne nicht viele Leute waren und offensichtlich keine Lust hatten ihren Hintern zu bewegen. Ansonsten wird das Sonisphere bei allen sehr gut in Erinnerung bleiben, mit grandiosen Bands und einer tollen Atmosphäre.

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